Detektei Lentz Podcast

„Aus dem Leben echter Detektive…“

 Telefonische Sofortberatung

Kostenlose telefonische Sofortberatung
0800 – 88 333 11
(Mo.-Fr. 09.00 – 18.00 Uhr)

Folge 10 – Im Gespräch mit einem Detektiv – Warum bin ich Privatermittler geworden?

Diesmal befinden wir uns wieder in einem Gespräch mit einem langjährigen ZAD-geprüften Privatermittler (IHK), unserem Daniel Martin Ortega. Er erklärt uns in der heutigen Folge warum man eigentlich Privatermittler sagt und warum das Wort ‚Detektiv‘ nicht gerne gehört wird. Außerdem erklärt uns Daniel noch aus seiner eigenen Erfahrung, wie und warum er Privatermittler geworden ist.

Transkript

Shannon: Der Detektivberuf als solcher, wird medial immer noch stark verzehrt dargestellt, sodass die meisten Bürger eine völlig falsche Meinung, geprägt von sogenannten scripted- Reality-Formaten, also streng nach Drehbuch gefertigten und absichtlich real erscheinenden Serienformaten alla Die Trovatos, Privatdetektive im Einsatz oder Lenßen & Partner, haben. Doch ist die Berufsbezeichnung Privatdetektiv im 21. Jahrhundert überhaupt noch zutreffend? Darüber unterhalten wir uns heute mit dem ZAD-geprüften Privatermittler IHK, Daniel Martin-Ortega. Daniel ist seit rund zehn Jahren bei uns im Team und hat vorher viele Jahre als Kaufhausdetektiv gearbeitet. Hallo, Daniel. #00:00:46-6#

Daniel: Hej, Shannon. Ich bin ja nun schon etliche Jahre in dem Beruf und erlebe das auch im privaten Umfeld immer wieder, wenn ich Leute kennenlerne, das die eine ganz falsche und völlig verzehrte Vorstellung von dem Beruf als Privatermittler haben, ich sage deshalb nicht Detektiv, sondern ganz bewusst Privatermittler. #00:01:03-1#

Shannon: Moment, warum denn ganz bewusst nicht Detektiv? #00:01:05-6#

Daniel: Naja, ganz einfach, die Bezeichnung Detektiv, die ist in Deutschland mit einem sehr schlechten Ruf behaftet. Das ist der Tatsache geschuldet, dass es praktisch keinerlei Zugangsvoraussetzungen für diesen Beruf gibt und dass jede die Bezeichnung Detektiv für sich nutzen darf. Egal, ob er völlig überschuldet ist oder ob in der Vergangenheit zig Ermittlungsverfahren gegen ihn liefen oder ob er überhaupt eine Ausbildung in diesem Bereich genossen hat, egal. Nur strafrechtlich relevant, das heißt, über 90 Tagessätze verurteilt sein, darf man nicht. Das ist ein Witz. Deutschland ist das einzige europäische Land, in dem sich jeder Hans Wurst Detektiv nennen darf. Um in Deutschland Detektiv zu werden, gibt es generell keine gesetzlich geregelte Ausbildung. Von unserem Berufsverband, dem ich auch angehöre, wird lediglich die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe, kurz die ZAD, empfohlen. Und das hat auch seinen Grund. #00:01:53-6#

Shannon: Und warum ist das so? #00:01:54-8#

Daniel: Warum die ZAD empfohlen wird oder warum es keine Berufsbeschränkung gibt? #00:01:59-2#

Shannon: Am besten beides. #00:02:00-4#

Daniel: Naja, das mit den Berufsbeschränkungen rührt aus der deutschen Geschichte. Es gab im Deutschen Kaiserreich für den Detektivberuf zumindest noch gewisse Standesregeln. Diese haben die Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung 39 komplett verboten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Beruf wieder von den Alleierten erlaubt. Kurz danach trat die Gewerbefreiheit wieder in Kraft. Die gab es vorher zwar schon, ursprünglich seit 1810, aber nicht so weitreichend. Sofort erlebte das Ermittlungsgewerbe im Nachkriegsdeutschland einen ähnlichen Aufschwung wie in den Tagen der Weimarer Republik. Schon 1946 wurde unter dem Namen Verband Deutscher Detektive e.V. wieder ein Verband gegründet. Und im Rahmen dieser Gewerbefreiheit konnte die Detektivbranche, im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, nie erreichen, dass der Beruf als Ausbildungsberuf anerkannt wird oder zumindest eine Ausbildung zum Detektiv verpflichtend gefordert wird, um tätig sein zu dürfen. Das ist zum Teil auch ein hausgemachtestes Problem der Branche, weil man sich intern niemals einig war. Zum anderen haben Detektive aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Zahl aber auch keine Lobby in Berlin. Das ist zum Beispiel in Österreich zwingend so und auch in meiner Heimat Spanien, hier gelten die härtesten Zugangsregeln zum Detektivberuf in ganz Europa. Wenn die ZAD empfohlen wird, ist darin begründet, dass die ZAD in Berlin als einziges Ausbildungsinstitut geschafft hat, Standards in der Detektivausbildung zu setzen, die nebenbei nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und in Österreich als Grundlage für die dortige Ausbildung genutzt wurde. Auch das ungarische Ausbildungsinstitut für Detektive strebt seit Kurzem eine mögliche Zusammenarbeit und Wissensaustausch mit der ZAD in Berlin an. Das zeigt, dass das, was die ZAD an Wissen vermittelt, wirklich einzigartig in Deutschland ist und internationale Anerkennung findet. Der Berufsabschluss ZAD-geprüften Privatermittler mit IHK-Abschluss belegt ganz klar, dass der Absolvent über ein breites Fachwissen und über eine mindestens zweijährige praktische und nachweisbare Berufserfahrung verfügen muss, nicht vorbestraft sein darf und aus geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen kommt, sonst kann er das Zertifikat nämlich nicht erhalten. Das ist zwar leider immer noch keine gesetzlich anerkannte Ausbildung, aber immerhin ein wichtiger, richtiger Schritt in diese Richtung. #00:04:13-6#

Shannon: Okay. Wie sind diese Regeln für diese Berufsübung im Ausland? #00:04:17-4#

Daniel: Es ist so, um in Spanien Detektiv zu werden, benötigen Sie einen Universitätsabschluss. Das heißt, die Detektivausbildung ist in Spanien ein vollwertiger Studiengang über mehrere Jahre. Ähnlich wie Anwälte erhalten die Absolventen dann eine Urkunde und können sich mit dieser Urkunde ihre Zulassung beim spanischen Innenministerium beantragen. Alle zugelassenen Privatdetektive in Spanien haben einen vom Innenministerium ausgestellten Berufsausweis, kurz TIP, in dem sie die Lizenznummer, das Ablaufdatum und das Ausstellungsdatum sehen können. Ich empfehle, dass Sie den TIP immer bei dem Privatdetektiv anfordern, der die Ermittlungen durchführt. Sie haben jedes Recht, den Detektiv zu bitten, sich als Garantie für die Legalität auszuweisen. #00:04:56-6#

Shannon: Und wie ist das in anderen Ländern? #00:04:58-4#

Daniel: Bei unseren Nachbarn in Österreich zum Beispiel ist die Ausbildung zum Berufsdetektivassistent verpflichtend, um in diesem Beruf arbeiten zu dürfen. Zertifikat als ausgebildeter Berufsdetektivassistent erlaubt zunächst die Tätigkeit als angestellter Detektiv. Zur selbstständigen Berufsausübung, das bedeutet zur Gründung einer eigenen Detektei, ist zusätzlich eine mehrjährige Praxis und eine staatliche Befähigungsprüfung vor der Handelskammer in Wien verpflichtend erforderlich, erst dann dürfen Sie sich Berufsdetektiv in Österreich nennen und eine Detektei führen. #00:05:28-0#

Shannon: Und warum bist du dann, obschon du ja auch in Spanien arbeiten dürftest, hier in Deutschland Detektiv? #00:05:32-3#

Daniel: Naja, ganz einfach, zum einen ist mein Lebensmittelpunkt seit Jahrzehnten hier in Deutschland, zum anderen kämpfe ich als selbst ZAD-geprüften Privatermittler mit IHK-Abschluss und zusätzlich TÜV-geprüfter Datenschutzbeauftragter dafür, dass der Detektivberuf auch in den nächsten Jahren in Deutschland ein anerkannter Ausbildungsberuf wird, wo da mindestens eine verpflichtende Ausbildung zur Berufsausübung vorgeschrieben wird. Dabei sollten nicht nur die Vorstrafen, sondern auch ein privater Leumund, das bedeutet private Überschuldung, eine wichtige Rolle spielen. Ist denn von einem privat desolaten überschuldeten Detektiv eine seriöse ordentliche wahrheitsgemäße Ermittlung zu erwarten oder ist die Gefahr nicht überproportional groß, dass die Kunden hier abgezockt werden, damit der Detektiv überleben kann? Ich meine schon. #00:06:15-3#

Shannon: Kann man seriöse von unseriösen Detekteien unterscheiden? #00:06:18-1#

Daniel: Ja, kann man. Seriöse Detektive in Deutschland sollten dem Berufsverband angehören und damit ihre Sachkunde durch eine entsprechende Ausbildung nachgewiesen haben. Ebenso sollten sie nach der DIN SPEC 33452 für ihre geprüfte nachweisbare Qualität bei Wirtschafts- und Privatermittlungen zertifiziert sein. Diese Zertifizierung können nämlich nur ausgebildete Detektive mit Berufserfahrung und mit gutem Leumund, das heißt, mit einer sauberen Schufa, überhaupt erlangen. Das wird auch jährlich neu geprüft, so trennt sich ganz schnell die Spreu vom Weizen. #00:06:48-6#

Shannon: Okay. Wir sind ein bisschen vom Thema abgekommen, warum arbeitest du denn überhaupt als Detektiv? #00:06:54-7#

Daniel: Als Privatermittler. #00:06:55-3#

Shannon: Oh, stimmt, sorry, als Privatermittler. #00:06:57-8#

Daniel: Warum ich als Privatermittler arbeite, das ist ein toller, verantwortungsvoller Beruf. Es hat rein gar nichts mit diesem Klischee zu tun, dass in der Bevölkerung vorherrscht und auch in einschlägigen Zeitungsinterviews gern publiziert wird, Privatermittler heutiger Prägung sind Beweisnothelfer hauptsächlich für Firmen. Rund 70 Prozent der Auftragsmandate, die ich jährlich begleite, kommen aus der Wirtschaft, aber auch für Privatpersonen. Da geht es um eine wertneutrale, emotionsfreie und ergebnisoffene Dokumentation von Sachverhalten in gerichtlicher verwertbarer Art und Weise, nicht mehr und nicht weniger. Man muss die Gesetze, Verordnungen und Richtlinien ebenso beherrschen und muss wissen, was man darf und was nicht und wieweit man gehen darf, ohne sich selbst und dem auftraggebenden Mandanten selbst zu schaden. Gleichzeitig muss man auch wissen, wie man legal an bestimmte Informationen kommen kann und wie man diese dokumentieren muss, damit der Mandat dieses durch uns erlangtes Wissen, hinterher auch in einem Verfahren verwenden kann und auch darf, darum geht es. Außerdem ist kein Auftrag wie jeder andere, jeder Auftrag, den ich mit meinem Team begleite, stellt mich vor neue Herausforderungen, für neue Hürden und vor neue Fragen. Man ist als Privatermittler nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch regelmäßig im Ausland im Einsatz. Diese Abwechslung gibt es in keinem anderen Job, den ich jetzt so aus dem Stehgreif heraus kenne. #00:08:17-7#

Shannon: Wie meinst du das genau? #00:08:19-2#

Daniel: Ja, kurz und einfach erklärt, ein Pilot sieht viel von der Welt, sein Arbeitsalltag spielt sich aber im Cockpit ab und das war es. Bei mir als Privatermittler sehe ich regelmäßig neue Orte, werde vor die unterschiedlichsten Aufgaben gestellt und muss mir manchmal auch spontan Lösungen überlegen. Ich war mit meinem Team schon in Kolumbien, Medellín, dann war ich schon in Israel, Westjordanland oder auch in Neuseeland, ich habe schon in Downtown Manhattan, New York mit einem Kollegen vor Ort gemeinsam observiert- Überall gelten andere Regeln und Gesetze und überall wurde ich vor neue und andere Herausforderungen gestellt, um das Auftragsziel zu erreichen. Grade diese Abwechslung hast du in keinem anderen Job, den ich kenne. Das macht den Reiz für mich aus, ich könnte nicht morgens um acht ins Büro fahren und jeden Tag am Schreibtisch sitzen. Meine Frau tickt da komplett anders, sie arbeitet in der Versicherungswirtschaft und ist happy mit ihrem Job. #00:09:12-2#

Shannon: Du bist aber dann relativ selten Zuhause, oder? #00:09:15-5#

Daniel: Das ist kein nine-to-five-Job, man weiß unter Umständen morgens nicht, wo man abends schläft. Und wenn man Zuhause einen Partner hat, der damit ein Problem hat, ist das entweder der falsche Job oder der falsche Partner, das muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Meine Frau hat seit über zehn Jahren damit kein Problem und wir kommen gut damit klar, dass wir uns manchmal zehn, fünf Tage überhaupt gar nicht sehen, es gibt ja Telefon und Facetime heutzutage. Dafür ist das Wiedersehen umso schöner. #00:09:39-6#

Shannon: Könntest du dir vorstellen, jemals etwas anderes zu machen? #00:09:43-8#

Daniel: Tja, das ist eine gute Frage. Wenn alle Stricke reißen würden, könnte ich in Erwägung ziehen, nochmal in meinen ausgeübten Ausbildungsberuf als KFZ-Mechatroniker zurückzukehren, aber das ist aktuell, steht das nicht zur Debatte. #00:09:58-6#

Shannon: Okay, also kann man schon sagen, du bist aktuell zufrieden in deinem Job. Und wie sieht es da mit der Bezahlung aus? #00:10:03-6#

Daniel: Ja, zufrieden, eigentlich ja, mehr und besser geht natürlich immer. Aber mal im Ernst, den Job, wo zu 100 Prozent immer nur eitel Sonnenschein herrscht, der muss, meiner Meinung nach, noch erfunden werden, den gibt es so nicht. Ich mag meinen Beruf, möchte nichts anderes machen und werde auch gut bezahlt. Nebenbei, besser als bei der Polizei oder der Justiz. Das liegt aber auch schon an meinen Berufserfahrungen und den Jahren, die ich schon als Privatermittler arbeite. #00:10:32-9#

Shannon: Okay. Wie ist denn die Bezahlung bei euch als Einsteiger? #00:10:36-1#

Daniel: Hier kann ich nur für meinen Arbeitgeber sprechen, wir haben eine feste Gehaltstabelle, jeder weiß, was jeweils der andere verdient, das wird bei uns sehr transparent gehandhabt. Es geht los mit 3.190 Euro brutto in der Einarbeitungsphase, ja, während der zweijährigen Ausbildung zum ZAD-geprüften Privatermittler mit IHK-Abschluss sind es dann 3.300 Euro brutto und nach der Ausbildung sind es schon 4.000 Euro brutto, vorausgesetzt man besteht die Prüfung. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Spesen, die gibt es immer zusätzlich oben drauf. #00:11:08-5#

Shannon: Und was verdienst du? #00:11:10-6#

Daniel: Na, das Gehalt steigert sich jedes Jahr, ich verdiene mehr, werde auch für meine Erfahrungen im In- und Ausland und letztendlich auch für meine Treue zu meinem Arbeitgeber bezahlt, so wie du ja auch. #00:11:20-4#

Shannon: Okay, touche. Eine letzte Frage, würdest du den Beruf des Privatermittlers, ich sage jetzt bewusst nicht Detektiv, heute nochmals ergreifen? #00:11:30-1#

Daniel: Zu 100 Prozent, ja, auf jeden Fall. Wie gesagt, für mich gibt es keinen besseren Job. Vielleicht ändert sich meine Meinung in ein paar Jahren, aber wer weiß das schon. Aktuell und auch seit Jahren ist das mein absoluter Traumjob. #00:11:42-3#

Shannon: Okay, ich danke dir sehr für den Einblick, den du uns heute gegeben hast und wünsche dir einfach noch einen schönen Tag. #00:11:47-8#

Daniel: Danke schön, bis zum nächsten Mal. #00:11:49-6#