Detektei Lentz Podcast

„Aus dem Leben echter Detektive…“

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Folge 3 – Lauschabwehr + Abhörschutz, was ist das eigentlich?

In der dritten Folge unseres Detektiv-Podcasts „Detektei Lentz Podcast – Aus dem Leben echter Detektive…“ stellt dieses Mal Shannon Schreuder im Interview die Fragen. Zu Gast hat Sie Gernot Zehner, Diplom-Ingenieur der Nachrichtentechnik und Leiter unseres Technischen Abschirmdienstes. In dieser Podcast-Episode handelt es sich jetzt nicht unbedingt um täglichen Privatdetektiv-Alltag, aber Im Interview geht es dafür um das sehr spannende Thema Lauschabwehr und Abhörschutz, und was das eigentlich ist. 

Transkript

Shannon: Ja, hallo und willkommen zurück zu einer Folge von unserem Detektiv-Podcast. Meine Stimme dürftet ihr schon von den Vorherigen kennen, da war ich aber auf der anderen Seite, ich habe jetzt heute mal die Rolle gewechselt. Und wir befassen uns heute mit einem ganz spannenden Thema, das Thema Abhörschutz und Lauschabwehr, was ist das eigentlich? Mit hier bei mir im Studio ist heute der 57-jährige Leiter unseres technischen Abschirmdienstes, der gelernte Diplom-Ingenieur Nachrichtentechnik, Herr Gernot Zehner. Gernot, schön dass du da bist. #00:00:42-0#

Gernot: Ja, gerne, gehört ja zu meinem Berufsbild, zu meinem Job und da beantworte ich gern ein paar Fragen. #00:00:46-5#

Shannon: Das finden wir super. Dann würde ich sagen, wir starten einfach mal generell mit der Frage: Lauschabwehr und Abhörschutz, wo ist da eigentlich der Unterschied? #00:00:55-0#

Gernot: Ja, da fließt es so ein bisschen ineinander, ja. Also Lauschabwehr, das heißt, wenn jetzt wirklich jemand belauscht werden würde. Dann würden wir natürlich rausgehen und würden gucken, oder machen wir, dass da irgendwas verbaut ist, dass wir das auffinden können, dafür haben wir technische Mittel. Was beim Abhörschutz dann noch mit reinkommt, ist halt die Beratung. Da gehört natürlich auch die Lauschabwehr dazu. Das heißt, wir reden vorher, was es für Möglichkeiten gibt, das wird meistens dann auch von Firmen genutzt, ja, dass wir sagen: „Okay, hier könnt ihr euch absichern, da könnt ihr euch absichern, darauf müsst ihr achten“. Ja, das sind also diese beiden grundlegenden Unterschiede. #00:01:34-1#

Shannon: Okay, jetzt hat das Ganze aber dann schon etwas von James Bond und Co, oder? #00:01:38-5#

Gernot: Das mag wohl so sein. Und wenn man diese Filme sieht, dass dann in einem Hotelzimmer jemand mit irgendeinem kleinen Taschenspielzeug rumrennt, wo eine Antenne dran ist und meint, damit könnte er Sende- oder Abhöranlagen finden, der kann dann weiterhin träumen, weil, das ist Film, das ist Fiction, da ist im normalen Leben das ganz, ganz anders. #00:01:58-8#

Shannon: Okay. Dann erzähl uns doch mal, wie eine solche Lauschabwehr denn abläuft. #00:02:04-6#

Gernot: Naja, gut, die Auftraggeber rufen an und vereinbaren einen Termin und sagen bei diesem Termin oder bei der Vereinbarung schon, was sie vermuten. Weil, da gibt es die ein oder anderen, die hören dann irgendwas, was sie nie im Freien gesagt haben, von irgendwelchen anderen Leuten. Dann fahren wir raus. Bevor wir rausfahren, mache ich zumindest dann immer mir mal bei einem offiziellen Internetkartendienst schon mal ein Bild, ein Satellitenbild und gucke mir an, wo ist das überhaupt, was ist drum herum alles, um dann zu sehen, wie komme ich dahin und gibt es da vielleicht irgendwelche technische Geräte, die da schon mit reinspielen könnten, auf die wir achten müssen? Dann fahren wir raus und führen erst mal mit den Auftraggebern außerhalb des gefährdeten Bereichs ein Gespräch, um die Einzelheiten nochmal raus zuhören, wo die Befürchtungen sind. Gehen dann ein, bauen schweigend auf, um keine schlafenden Hunde zu wecken, machen unsere Messungen. Machen nach den Messungen einen Bericht und dann besprechen wir das mit dem Auftraggeber. #00:03:09-9#

Shannon: Okay, das klingt jetzt aber dann schon relativ zeitaufwendig. Was nimmt so ein Lauschabwehreinsatz für eine Zeit in Anspruch? #00:03:18-1#

Gernot: Das ist immer abhängig von den einzelnen Räumen, die abgesucht werden sollen, ja. Eine Firma mit 200 Quadratmetern in einer Ebene mit Büros geht genauso schnell vonstatten, wie eine Dreizimmerwohnung, ja oder ein Einfamilienhaus, wo man viele Treppe laufen muss. Das ist also vom Zeitaufwand identisch. In der Regel passt da alles zwischen zwei und vier Stunden und das kann man eigentlich so gar nicht sagen, ja. Was aber immer dazukommt, ist die Vorbereitung. Natürlich haben wir die Anfahrtszeiten, die Gespräche vorher, die Gespräche hinterher, das ist eigentlich immer identisch. Und das kommt, wenn man jetzt sagt, Gespräch vorher, Gespräch hinterher, das ist meistens schon mal eine Stunde dann auch. #00:04:00-9#

Shannon: Ja, okay. Und jetzt ohne, dass du natürlich gegen deine Schweigepflicht verstößt, wer sind Auftraggeber von solchen Einsätzen und wie oft passiert sowas? #00:04:09-8#

Gernot: Ja, das ist ein guter Mix, wie oft das passiert. Das passiert einmal die Woche, das kann aber auch dreimal die Woche sein, ja. Dann passiert auch mal eine Woche gar nichts, dass da in dieser Richtung kein Auftrag reinkommt. Die Auftraggeber sind oftmals Firmen, die irgendwo Sachen haben, die eigentlich niemand anderes wissen soll. Und andere Firmen von der Konkurrenz, die sind halt sehr interessiert und verbauen da eventuell Abhöranlagen, ja und da gibt es halt von der Technik her viele, viele Möglichkeiten. Auch grade, wenn die Besprechungen haben, Konferenzen mit zukünftigen, sage ich jetzt mal, Geschäftspartner. Da sind wir auch dabei, ohne dass die neuen Geschäftspartner das wissen, sondern wir sind dann in einem Nebenraum und überwachen das Gespräch, die Konferenz. Und wenn wir dann merken, dass da eine Abhöranlage eingeschaltet wird, dann haben wir von außen die Möglichkeit, diese Abhöranlage, ja, zu beeinflussen oder aber wir geben ein Zeichen an den Konferenzleiter, der dann das Thema sofort wechselt. Das andere, was wir noch haben, sind halt Privathaushalte. Da fängt es schon an bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, dass da mal irgendjemand ein Mikrofon aufbaut auf der Terrasse, ja, ein Richtmikrofon zum Beispiel oder so eine dilettantische China-Wanze, die in einem Frequenzbereich arbeitet, wo auch viele freie Frequenzen vergeben sind, ein Autoschlüssel, Temperaturüberwachung, ja, die findet man natürlich sofort. #00:05:46-6#

Shannon: Und ist es denn so, dass generell jeder Detektiv für das Suchen oder das Auffinden einer Wanze geeignet ist? #00:05:52-2#

Gernot: Ich sage mal, jein. Wenn man sich lang genug damit beschäftigt, einarbeitet und auch, sage ich, technisch affin ist, ja und sagt: „Ich interessiere mich dafür“, weil, die Hintergründe muss man schon wissen, ja. Also das Aufsuchen selbst, ja, wenn ich weiß, da ist jetzt irgendwas in einem Bereich von 433 Megahertz, ich hatte es vorhin gerade angesprochen, wo alles irgendwo machbar ist, ja, in einer gewissen Sendeleistung, dann muss man natürlich auch wissen, wenn ein Signal in der dritten Harmonischen ist, ja, dass es auch daraufhin zurückzuführen ist. Also eine technische Ausbildung wäre da schon recht sinnvoll. #00:06:27-4#

Shannon: Und wie erfolgt so eine Ausbildung zum, ich sage mal jetzt, Abhörschutztechniker? #00:06:32-2#

Gernot: Ja, theoretisch könnte man Nachrichtentechnik studieren, das ist das eine, man kann auch in der Schule aufgepasst haben. Also wie gesagt, wenn jemand technikaffin ist und sagt: „Ich interessiere mich“ und hat da ein Gespür dafür und sagt: „Okay, ich beschäftige mich, ich lerne das“ und stellt Fragen und Training on the Job, ja oder Learning on the Job, das funktioniert dann auch. Also man kann es lernen. #00:06:57-9#

Shannon: Das klingt auf jeden Fall nach einem spannenden Thema. Es gibt ja im Internet, ich sage mal jetzt, auf einer bestimmten Online-Handel-Plattform, Amazon und Co, gibt es ja auch für sehr günstiges Geld, ich sage mal, vielleicht 500 Euro ungefähr, solche Schutzgeräte, die Wanzen aufspüren, zu kaufen. Kann man mit denen denn tatsächlich was anfangen? #00:07:19-1#

Gernot: Ja, ich kann damit feststellen, dass da irgendwo Sender sind, das ist schon richtig, aber ich kriege nicht gesagt von diesen Geräten, in welchem Frequenzbereich die sind. Oftmals arbeiten diese billigen Geräte, und die kriegt man nicht nur für 500 Euro, die kriegt man auch schon für unter 100 Euro, arbeiten die in einem Frequenzbereich bis maximal drei Gigahertz. Das ist jetzt natürlich wieder für jedermann nicht gleich verständlich, aber jeder hat einen Router Zuhause, ja, bekanntester Hersteller Fritz, FRITZ!Box. Diese FRITZ!Box arbeitet auf zwei Frequenzbereichen, einmal im Bereich von 2,4 Gigahertz und einmal fünf Gigahertz. Kaufe ich mir jetzt so ein billiges Gerät, weil ich meine, damit kann ich jetzt alles finden, und eine Wanze ist irgendwo im 5-Gigahertz-Bereich versteckt, kann ich die nicht finden, weil, mein Gerät geht nur bis drei Gigahertz. Also da würde ich die Finger einfach davon lassen. #00:08:09-7#

Shannon: Also sollte man, wenn man da wirklich den Verdacht hat, sei es jetzt Firmen oder Privat, sollte man dann schon dementsprechend auf professionelle Firmen zurückgreifen, um da, ich sage mal, ein sicheres Ergebnis zu haben? #00:08:20-4#

Gernot: Ja, bei Privat als auch bei Firmen geht es ja auch in dem Fall um Spionage, um viel, viel Geld und da lohnt sich mit Sicherheit die Investition in professionelle Lauschabwehr und Abhörschutz. #00:08:32-3#

Shannon: Hand aufs Herz, wie oft findest du denn pro Jahr eine Wanze oder ein Abhörgerät und wie viele Einsätze fährst du überhaupt? #00:08:39-6#

Gernot: Das habe ich vorhin schon mal gesagt, das ist verschieden. Also wenn ich mal so hochdenke, da komme ich locker mal auf 45, 50, ja, sagen wir, 45 Einsätze pro Jahr. Und dann ist es so mit dem Finden, man findet manchmal Sachen, die mit Abhören überhaupt nichts zu tun haben, wo sich aber dann auch der Auftraggeber wundert, wie das sein kann, dass da irgendwas störend ist. Ich sage mal, im Firmenbereich ist es oftmals so, 30, 35 Prozent finden wir auf von den gesamten 100 Prozent Aufträgen. Im Privatbereich ist es weniger, da liegen wir meistens so bei zehn, 15 Prozent. Weil, da geht es oftmals um Nachbarschaftsstreitigkeiten und das wird so dilettantisch gemacht, oder der Lauscher an der Wand, also da hängt einer wirklich mit einem Stethoskop oder mit einem leeren Glas an der Wand und hört zu und gibt das dann halt preis. Was wir natürlich dann auch machen bei solchen Sachen, dass wir schon Tipps geben, wie man da gewisse Dinge ausschließen kann, aber das möchte ich hier nicht sagen. #00:09:47-0#

Shannon: Ja, aber, vielen Dank, ich würde sagen, wir haben heute schon mal einiges darüber erfahren, über das Thema. Und vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, dass du da warst und uns da einfach so einen kleinen Einblick gegeben hast. Und, ja, beim nächsten unserer Podcasts gehen wir dann wahrscheinlich wieder in das Thema Detektivalltag rein. Aber, auch das Thema Lauschabwehr, Abhörschutz ist für uns ein wichtiger Berufsteil und wollten euch da auch einfach mal so ein paar grundsätzliche Fragen erläutern. Ja, wir verabschieden uns und hören uns in der nächsten Ausgabe. #00:10:20-9#

Gernot: Tschau. #00:10:21-7#