Glossar: Werksspionage – Betriebsspionage
Unter einer Werksspionage wird die Spionage eines Mitarbeiters innerhalb des Betriebs verstanden. Sie dient dazu, Informationen zu missbrauchen oder an fremde Parteien weiter zu leiten. Detekteien sind darauf spezialisiert, solche Werksspionage-Fälle aufzudecken und finden durch verdeckte Ermittlungen den jeweiligen Straftäter heraus. Ziel der Werkspionage ist das aufdecken von Betriebsgeheimnissen und Geschäftsgeheimnissen. Oftmals wird Werkspionage auch zur Weitergabe von Daten, Rezepten oder Expansionsplänen von Konkurrenten eingesetzt.
Werkspionage ist grundsätzlich eine strafbare Handlung, auch wenn diese nicht direkt mit einer strafbaren Handlung, wie Einbruch oder Manipulation in Zusammenhang steht. Zu den entstehenden arbeitsrechtlichen Folgen und der Verletzung der Treuepflicht, macht sich der Werkspion auch Schadenersatzpflichtig. Werkspionage, auch Industriespionage oder Wirtschaftsspionage genannt, wird sogar im Fußball eingesetzt. Werkspionage ist pauschal gesagt eine heimlich eingesetzte Tätigkeit, um Geheimnisse der Konkurrenz zu erfahren. Hierzu reicht es bereits aus, wenn man mehrere Emails an befreundete Konkurrenten oder Unternehmer sendet. Für Werkspionage gibt es keine belegbaren Zahlen. Man geht jedoch von einem jährlichen Schaden zwischen 5-10 Mrd. Euro aus. Hinzu kommen die Folgeschäden der Werkspionage. Es ist deshalb wichtig, dass Unternehmen gegen Industriespionage oder Werkspionage zu schützen. Präventiv kann die Aufklärung auch bei ausscheidenden Mitarbeitern eingesetzt werden.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Werksspionage – Betriebsspionage (FAQ):
Welche Strafen drohen für Industriespionage?
Nach § 23 GeschGehG kann die Verletzung von Geschäftsgeheimnissen mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. In bestimmten schweren Fällen drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.
Wie erkennt man Wirtschaftsspionage im Unternehmen?
Mögliche Hinweise sind ungewöhnliche Datenzugriffe, verschwundene Geschäftsunterlagen oder die unerlaubte Weitergabe vertraulicher Informationen. Auch auffällige Kontakte zu Wettbewerbern können bei weiteren Verdachtsmomenten Anlass zur Überprüfung geben.
Wie können Unternehmen Wirtschaftsspionage verhindern?
Unternehmen können sich durch Zugriffsbeschränkungen, verschlüsselte Kommunikation und regelmäßige Sicherheitskontrollen schützen. Auch Mitarbeiterschulungen und klare Geheimhaltungsvereinbarungen helfen, das Risiko von Industriespionage zu reduzieren.
Was tun bei Verdacht auf Betriebsspionage?
Bei einem konkreten Verdacht sollten Unternehmen mögliche Beweise sichern und verdächtige Vorgänge dokumentieren. Eine Wirtschaftsdetektei kann bei der rechtmäßigen Aufklärung helfen. Zusätzlich empfiehlt sich eine rechtliche Beratung.
Über den Autor: Marcus R. Lentz

Marcus R. Lentz, Jahrgang 1968, ist ZAD geprüfter Privatermittler (IHK), Mediator (Univ.) und sachverständiger Fachgutachter für das Detektei- und Bewachungsgewerbe und in dieser Funktion für zahlreiche Gerichte und Anwaltschaften als Fachgutachter tätig, seit 1987 als Privatdetektiv tätig; seit 1995 als selbständiger Detektiv und geschäftsführender Gesellschafter tätig und spezialisiert auf Ermittlungen und Internetrecherchen.
In seiner Freizeit ist der zweifache Vater viel und gern mit dem Motorrad unterwegs und Inhaber einer PPL(A)-Privatpilotenlizenz.
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